Reise zu den Monti Sacri im Piemont. Teil 3: Intermezzo bis Orta

Bei strahlendem Wetter verliess ich Domodossola, dem Lauf des Toce folgend, auf den Lago Maggiore oder, wie ihn die Italiener nennen, Lago di Verbania zu haltend. Die manchmal schwer verständlichen Wegweiser liessen mich auf der Autobahn an ein paar Sehenswürdigkeiten vorbeidüsen.

Gasse in MergozzoIn Mergozzo mit seinem kleinen See schob ich einen Halt ein. Wie südlich wurde mir hier zumute angesichts der hübsch gepflästerten Gassen und der wild blühenden Blumen… Ich fand die winzige romanische Kirche Santa Marta, eingequetscht zwischen Wohnhäusern und Schnellimbiss. Aber bald zog es mich weiter nach Montorfano. Er war in meinem Reiseführer so liebevoll beschrieben, dass ich dort auf jeden Fall vorbeifahren wollte. Dank der ausführlichen Wegbeschreibung erwischte ich die richtige ungeteerte Strasse neben einem Steinbruch und fuhr einige Serpentinen empor, bis ich an einer idyllischen, von Bäumen und einigen Häusern umgebenen Wiese ankam, auf welcher eine wohlerhaltene romanische Kirche stand.

Sie ist Johannes dem Täufer geweiht, und auf diesem Platz gab es schon seit frühchristlichen Zeiten ein Heiligtum. Auf diese Zeit geht wohl auch noch das achteckige Taufbecken zurück, das bei einer Restaurierung wieder aufgefunden wurde.

Der ganze Ort mit seinen wenigen von Blumen und Rasenpfaden umgebenen Häusern strahlte paradiesische Ruhe und Frieden aus – der richtige Ort, um mir von meinem Domodossolaproviant ein Mittagessen zu Gemüte zu führen.

So gestärkt machte ich mich wohlgemut auf den Weg zum Ortasee und liess mich auch von manch erschreckenden Landschaftszerstörungen nicht entmutigen. Diesmal war der Weg leicht zu finden – und mit grosser Überraschung landete ich ziemlich bald an einer mir bekannten, unübersehbaren Stelle: beim Maurischen Palazzo, der heute ein ziemlich unerschwingliches Hotel geworden ist.

Und erfreulicherweise fand sich mein B&B Villa Pinin mit Seeblick nur wenige Meter davon entfernt an einer abschüssigen, zum See führenden Strasse, wo ich aufs Liebenswürdigste von meiner Gastgeberin Mariagrazia in Empfang genommen wurde.

Auch hier befand ich mich nur wenige Schritte unterhalb meines angesteuerten Ziels, dem Monte Sacro von Orta.

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